Sabrina Ortmann- Rezensionen

Der Tagesspiegel, Jutta Heess, 02.11.2001

Interview: Literarisches Duett

Sabrina Ortmann und Enno E. Peter veranstalten einen Literatursalon im Internet. Sie sehen nicht ein, warum Gedichte nur in Büchern stehen sollen

Die beiden Berliner Literaturliebhaber betreiben www.berlinerzimmer.de , den Literatur-Salon im Internet. Außerdem sind sie die Initiatoren eines Literaturprojektes unter www.tage-bau.de . Darüberhinaus hat Sabrina Ortmann gerade ein Buch geschrieben: "netz literatur projekt" ( www.berlinerzimmer.de/netzliteraturprojekt.htm  ). Das Thema: Geschichte und aktueller Stand der digitalen, schreibenden Kunst. Literatur im Internet gibt es erst seit 1995. Mit ihrem Projekt haben Ortmann und Peter Maßstäbe gesetzt und wünschen sich eine breitere Öffentlichkeit.

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Telepolis, Michael Klarmann, September 2001

Aus alt mach neu: (Experimentelle) Literatur tummelt sich heute (auch) im World Wide Web.

Die Frage ist so alt wie der Begriff selbst: Was ist Literatur? Lyrik, Romane, Novellen, John-Sinclair-Heftchen oder experimentelle Wortspielereien, die der Autor Wochen nach der Niederschrift oder dem Anordnen selbst nicht mehr begreift? Logisch, dass sich mit jeder technischen Neuerung diese Frage aller Fragen wieder und wieder stellt. Sabrina Ortmann vom literarischen Salon Berliner Zimmer liefert mit dem Buch netz literatur projekt einige Antworten. An drei Beispielen macht die Autorin deutlich, wie Netzliteratur funktionieren kann.
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Und Literatur im Netz respektive Netzliteratur, so Ortmann, lebt oft von ihrer Spontaneität, von Kürze und Schnitten ähnlich der MTV-Ästhetik. Die Zeichensprache des Internet, etwa der Smileys oder Kürzel, strahlen zudem zurück auf die "normale" Literatur. Was früher ein Briefroman war, wird heute zur Email-Erzählung. Und last but not least wird natürlich auch die Schreibe rasanter. Weswegen diese Bestandsaufnahme auch nur von geringer Halbwertzeit sein dürfte. Ihren Wert mindert das nicht!

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Klenkes, Aachens Stadtillustrierte, September 2001

World Wide Lit.

Literatur wird schneller, spontaner, die Texte kürzer und geprägt von der Schnittechnik ähnlich der MTV-Ästhetik. Ort des Wandels ist - wie sollte es anders sein? - das Internet, in dem sich neue und alte Literaturformen tummeln. Denn schon seit den 60er Jahren tüfteln Autoren mit elektronischen Medien. Und seitdem das Web an Popularität gewonnen hat, expandiert auch die Netzliteratur.

Sabrina Ortmann vom virtuellen Salon Berliner Zimmer hat sich für ihr Sachbuch "netz literatur projekt" mitten in diese Schnelllebigkeit gestürzt. Die Pionierin der deutschsprachigen WWW-Literatur erzählt die internationale Geschichte der Szene und erklärt zudem anhand deutschsprachiger Projekte, was geht. Der Assoziations-Blaster etwa ist ein sich ständig wandelndes Schreib- und Leseerlebnis mit oft wirr anmutenden, verlinkten Textminiaturen. Darf hier jeder texten, durften sich beim tage-bau nur profilierte, auserwählte Autoren ins beständig geänderte, verlinkte und erweiterte Tagebuch hinein verewigen. Ähnliches passiert bei Die Säulen von Llacaan, ein Fantasy-Projekt, das wie eine Romanserie von mehreren Autoren verfasst wird, allerdings nur im und fürs Internet.

Alle drei Beispiele, so Ortmann in ihrer fundiert recherchierten Arbeit, nutzen das Web und dessen "Möglichkeiten der Technik, der Interaktivität und der Kommunikation". Genau das macht für die Autorin Netzliteratur aus. Manch einer ordnet einzelne Facetten davon zwar unter "Pennälerdada" (Erhard Schütz) ein. Aber die Experimentierfreude prägt stilistisch längst auch das, was zwischen Buchdeckeln erscheint. Etwa Romane mit Smileys und Web-Kürzeln oder E-Mail-Erzählungen statt des herkömmlichen Briefromans.

 

Münchener Merkur, Christine Diller,  23.10.01

Herzblut im Netz
Medientage: Diskussion über Literatur im Internet

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Sabrina Ortmann hat sich wissenschaftlich sowohl mit herkömmlicher, als auch mit computergenerierter und vernetzter Literatur beschäftigt. Das Ergebnis heißt "netz literatur projekt" und ist, seinem Gegenstand gemäß, ein Book-on-demand, das also auf Nachfrage hin gedruckt wird. Fazit: Auch sie will sich nicht festlegen, ob es sich bei Netz-Literaten um eine Avantgarde oder eine Arrièregarde oder um versponnene Tüftler handelt, deren Werkstatt der virtuelle Raum ist.

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Kontakt: post[at]sabrinaortmann.de

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